Slowenien / Kroatien / Dolomiten

Als Generalprobe fuhren wir im Sommer 2018 – für einige Zeit unsere letzten Sommerferien quasi – Richtung Slowenien und Kroatien. Unser erstes Ziel war der Triglav Nationalpark in den Julischen Alpen. Von Kranska Gora ins Trenta Tal geht es über einen Pass. Die Haarnadelkurven sind dabei von eins bis fünfzig nummeriert. Als Schweizer kennen und lieben wir die Berge, also freuten wir uns auf die vor uns liegenden Höhenmeter. Naja, bis dann in der Kurve 23 dicker Rauch aus unserem Auto quoll und die Lenkung zur Glücksache wurde. Wir also Taschen raus, Stühle raus, Tisch raus, Grill raus, Stromkabel raus und vorsichtig den Motor inspiziert. Fazit: Servopumpe defekt. Um den Schaden nicht zu verschlimmern, demontierten wir den Keilriemen der Servolenkung. Die restlichen 37 Kurven und die drei Wochen danach gaben ganz schön Muckis, aber eigentlich lässt sich der Syncro erstaunlich gut ohne Servounterstützung lenken.

Ursprünglich waren fünf Tage Slowenien geplant, aber das anstehende WM-Finalspiel zwischen Kroatien und Frankreich liess uns die Strecke nach Zagreb schneller in Angriff nehmen. Trotz des wohl von Slowenischen Grenzbeamten bewusst verursachten langen Staus (Neid der Nachbarn?) erreichten wir einen Vorort von Zagreb und wurden von Sjoerd und Marijane, den Betreibern des intimen Camperplatzes Val-Travel Mini-Camp, herzlich empfangen. Leider hatten wir keine Chance, zeitig ins Stadtzentrum zu gelangen. So begnügten wir uns damit, den Match mit einigen Jugendlichen im Hinterzimmer einer lokalen Bar zu sehen.

Kroatien hat uns überrascht. Zwar schon viel Gutes gehört, aber die Freundlichkeit der Menschen, gepaart mit einer angenehmen Geschäftigkeit, die schöne Landschaft und das leckere Essen haben es uns angetan.
Die Plitvicer Seen sind es definitiv wert, früh aus den Federn zu kommen – wir standen um 06:10 Uhr vor dem Parkplatz, waren die ersten an der Kasse und im ersten Bus hoch an den Ausgangspunkt. Der zweite Abschnitt  unserer geplanten Wanderung war dann derart überlaufen, dass wir rund 200 Meter vor dem grossen Wasserfall forfait gaben.

In der Hochsaison wird Wildcamping nicht gern gesehen, dennoch hatten wir nur zweimal einen Platz reserviert. Auf der Insel Pag fanden wir spontan das Auto Camp Navis, ein wirklich idyllischer Platz.

Wer nach Kroatien reist, sollte sich Istrien nicht entgehen lassen. Die Halbinsel im Nordwesten ist für ihre herrlichen Buchten und Strände bekannt. Wir entschieden uns für Medulin, im Nachhinein gesehen ein Fehler, denn dies ist eine Touristenhochburg sondergleichen. Entsprechend wenig angetan waren wir zu Beginn von Istrien. Bis wir dann für einen Tag einen Roller mieteten und in einem kleinen Küstenort fantastischen Fisch assen. Aber richtig gepackt hat uns Istrien an unserem Abreisetag, an dem wir etwas abgelegenere Orte ansteuerten, die uns vom Scootervermieter empfohlen wurden: Kaffee mit Jazz in Bale, kurzer Stopp in Rovinj, Mittagessen am Limski-Kanal (die besten Muscheln weit und breit!) und das Abendessen im nördlich gelegenen Trüffelgebiet. Was für ein herrlicher Tag!

Auf der Heimreise hielten wir für drei Nächte in Sexten in den Dolomiten. Die Nächte waren bitterkalt, am Tag flüchteten wir aber vor der Hitze in die Höhe. Die Tour um die drei Zinnen, dann hoch zur Büllelejochhütte und runter ins Fischleintal war einfach nur der perfekte Abschluss unserer Reise.

Plitvice Lakes National Park

Plitvice Lakes National Park